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Freitag, 16. Juli 2010 - Mitteilung
Pensioniert - Aufbruch in die 3. Lebensphase - mit neuen Perspektiven?!
Christopher Wellauer, Sozialdiakon und Gerontologe
„Dem Alter eine Zukunft abzugewinnen, darin liegt eine hohe Lebenskunst“.
Geschätzte Leserin, geschätzter Leser
Mit dieser Frontseite soll der Seniorenclub aus unserer Kirchgemeinde zu Wort und Bild kommen. Dazu erlaube ich mir, einige Grundsätzliche Gedanken zum Thema „Pensioniert - Aufbruch in die 3. Lebensphase - mit neuen Perspektiven?!“ zu schreiben.
Ja, in der Tat, die Pensionierung, der Abschluss der beruflichen Erwerbstätigkeit stellt einen Lebensübergang dar, der in unserer Gesellschaft nach wie vor ganz unterschiedlich beurteilt und bewältigt wird. Für die einen bedeutet es den Verlust einer geliebten Tätigkeit, andere sind froh und geniessen die neue Freiheit. Allen gemeinsam ist die Neuorientierung in der Gesellschaft.
Aufbruch
Diese stellt dem betroffenen Menschen Fragen nach der Lebensgestaltung. Damit betritt jeder „Neuland“. Chancen und Werte ausserhalb des Berufes gilt es zu entdecken und zu fördern. Werte wie Leistungsfähigkeit müssen neu definiert und gefüllt werden.
Gleichzeitig ist es auch die Phase der Lebensvollendung. Im Überdenken der vor¬läufigen Lebens-Bilanz wird deutlich, was das Leben geprägt hat und was für den Rest des Lebens noch wichtig sein könnte.
Neue Perspektiven?!
Im Verlauf unseres Lebens eignen wir uns eine Vielfalt an Fähigkeiten an. Für die Gestaltung der 3. Lebensphase sollen diese nicht ungenutzt bleiben. Aus ihnen lassen sich die Perspektiven entwickeln, die die Gestaltung des Lebens sinn- und wertvoll machen.
Der Einsatz dieser Ressourcen und Kompetenzen ist aktuell aber auch in Zukunft für die Mitgestaltung unserer Gesellschaft lebensnotwendig. Umfang und Zeitraum ist persönlich festzulegen. So ermutige ich die angesprochene Generation ihre Handlungs- und Entwicklungsspiel¬räume im Alter zu nutzen und sich an den neu gewonnenen Perspektiven zu freuen.
Männer gesucht!
Wir schreiben Donnerstag, 17. Juni 2010, kurz vor 8 Uhr. Beim ehemaligen Güterschuppen steht ein Reisebus bereit. Aus verschiedenen Richtungen treffen die Männer und Frauen ein. Der Bus setzt sich in Bewegung und holt an weiteren Treffpunkten den Rest der insgesamt 46 Teilnehmer ab. Vor etlichen Jahren waren es noch rund 70 Personen, die an den Ausflügen des Seniorenclubs teilnahmen. Seither sind viele verstorben und der Anteil der „jüngeren“ Mitglieder ist klein.
Der Seniorenclub kämpft mit dem Problem, dass viele Vereine kennen: dem Ausbleiben von neuen Mitgliedern.
Unterwegs mit dem Seniorenclub
Doch dies ist nicht das Thema des Tages. Ziel der Reise ist das Strohmuseum ihn Wohlen, Zeugnis einer Industrie, die einst diese Landschaft prägte. Ein Mitglied des Seniorenclubs kannte diese Arbeit aus eigener beruflicher Erfahrung und war in die Organisation der Reise involviert. Dieses Beispiel zeigt, dass der Club von der Initiative und den Fähigkeiten seiner Mitglieder lebt und so die ganze Gemeinschaft davon profitieren kann.
Doch zurück ins Strohmuseum. Eindrücklich was da an Modeartikeln für das vergangene Jahrhundert produziert und in die ganze Welt vertrieben wurde, insbesondere Damen- und Herrenhüte. Doch die Fortschritte in Produktionstechnik und bei der Materialentwicklung brachen die einst blühende Industrie zum erliegen. Nur die Betriebe, die diese Veränderungen rechtzeitig erkannten, konnten sich den neuen Gegebenheiten anpassen und sich neu ausrichten.
Veränderungen erkennen und handeln
Beim Besuch dieses Museums gehen mir Gedanken nach einem Vergleich mit dem Seniorenclub - durch den Kopf. Männer gesucht - so steht es auf der Einladung zum Club. Ja, Männer sind gesucht, die einen Teil ihre Kompetenzen und Ressourcen für die Gemeinschaft einsetzen. Vielleicht eine Chance für Sie?
Kennen Sie den Seniorenclub Rapperswil-Jona?
Er trifft sich wöchentlich am Donnerstagnachmittag zu seinem Programm in EZJ. Informationen erhalten sie über Hansruedi Weber, Telefon 055 212 19 08.
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