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Freitag, 5. Februar 2010 - Mitteilung
Beten - Seele des Gottesdienstes
Pfr. Hanspeter Aschmann
Liebe Leserin, lieber Leser
Eines der besonderen und, wie ich meine, typischen Merkmale unserer Kirchgemeinde ist unser seit vielen Jahren ausserordentlich vielfältiges gottes-dienstliches Angebot, das in diesem Jahr, wie an dieser Stelle im Januar-Kirchen-boten bereits angekündigt, u.a. auch durch neue Gottesdienstzeiten eine weitere Bereicherung erfährt.
Keimzelle oder Seele des Gottesdienstes ist und bleibt aber – bei allen formalen Variationen – das Gebet der Gemeinde. Und zwar nicht nur im gesprochenen Gebet, sondern auch im stillen Gebet und in unzähligen Kirchenliedern, die in Form eines Gebets gedichtet sind.
Zunächst ist das Gebet für uns alle erst mal eine individuelle, private Angelegenheit. Und wir können mit der nötigen Erfahrung auch lernen, wie uns das Gebet persönlich als Lebenshilfe wichtig, ja unentbehrlich wird. Doch letztlich ist die Gemeinde der Ort, auf den unser persönliches, individuelles Gebet hinzielt, denn aus der Gemeinschaft lebt es und von ihr wird es getragen. Und umgekehrt hat das Gebet der Gemeinde nur dann seine grosse Kraft und Ausstrahlung, wenn die zum Gottesdienst Versammelten sich daran mit ihrer je und je erworbenen, unter der Woche für sich geübten Gebetspraxis beteiligen.
Fürbittegebet
Nun ist es seit den Anfängen der Christenheit ein schöner und sinnvoller Brauch, als Bestandteil der Gottesdienst-Liturgie auch die Fürbitte zu pflegen, jenes Gebet, in dem sich die versammelte Gemeinde vor Gott für die Welt einsetzt, sich ihr mit ihren vielfältigen Problemen zuwendet und insbesondere der Mitchristen, aber auch aller Mitmenschen gedenkt, die der Kraft, Hilfe und Unterstützung in seelischer, körperlicher, geistiger oder geistlicher Not bedürfen. In der Nachfolge ihres Herrn vollzieht hier die christliche Gemeinde das mit, was durch ihn beim Vater ebenfalls unablässig geschieht, indem er für die ganze Welt und die Menschheit bei diesem einsteht und Fürbitte leistet ( Hebr. 7,25).
Ein neuer Impuls für unsere Gottesdienste
Zur Erneuerung unserer Fürbittegebete im Gottesdienst hat eine Arbeitsgruppe der Kirchenvorsteherschaft, in der auch unsere vier Pfarrpersonen vertreten sind, beschlossen, ab Passionszeit 2010, d.h. genau ab Sonntag, 21. Februar, in den Fürbitten auch Gebetsanliegen zu berücksichtigen, welche aus der Gemeinde selber kommen: Für Einzelne, für Institutionen, Gruppen oder Behörden unserer Gemeinde, für gesellschaftliche und nationale Krisen und Notlagen, aber auch für Anliegen im internationalen Kontext, insbesondere für unsere Partnergemeinden.
Gebetbuch und Gebetsbriefkasten
In der Kirche Rapperswil wird ab Anfang Februar ein Buch aufliegen, in welchem man seine Anliegen für das Gebet im Sonntagsgottesdienst eintragen kann. Im Kirchenzentrum Jona wird ein Gebets-Briefkasten eingerichtet, wo Gebetsanliegen deponiert werden können. Dringende Anliegen können aber auch via Mail oder per Fax an die Pfarrpersonen gesendet werden.
Generell soll die Regel gelten, dass die Anonymität von Einzelpersonen gewahrt bleibt, es werden also höchstens deren Vornamen genannt, tendenziell wird aber eher ganz auf Namensnennungen verzichtet werden.
Im Übrigen bitten die Pfarrer um Verständnis, wenn sie ein Anliegen auch erst im Fürbittegebet des übernächsten Sonntagsgottesdienstes aufnehmen können, falls im nächsten gar kein solches stattfinden sollte.
Weltgebetstag
Der Gottesdienst zum Internationalen Weltgebetstag wird am 5. März 2010 um 19.30 im Evang. Kirchenzentrum Jona stattfinden. Er wird bewusst von Laien vorbereitet, traditionellerweise von engagierten Frauen, und ist Ausdruck gelebter Ökumene, weltweit. In diesem Gebets-Gottesdienst, welcher auf der ganzen Welt zur selben Zeit gefeiert wird, machen Frauen ganz konkret ernst mit dem Vertrauen auf die grosse und verwandelnde Kraft des gemeinsamen Gebets – rund um den Globus!
Christinnen aus Kamerun haben uns die Liturgie für die diesjährige Feier geschenkt. Kamerun ist ein vielfältiges Land mit vielen Ethnien, Sprachen, Klimazonen, Lebensformen, Traditionen und Problemen. „Afrika im Kleinen“ wird das zentralafrikanische Land deshalb oft genannt, aber auch die „Schweiz Afrikas“. Das Thema für dieses Jahr Thema lautet „Alles was Odem hat, lobe den Herrn“ (Ps 150).
Liebe Leserin, lieber Leser
Nehmen Sie die Gelegenheit zum Mitbeten wahr – durch Fürbitteanliegen, die sie in Jona oder Rapperswil hinterlegen - oder am 5. März, 19.30 Uhr im EZJ, und entdecken Sie die Kraft, die ein Gebet haben kann, wenn Menschen an diesem „Ort der Wehrlosigkeit sich selber verlassen und unter das Gericht der Güte Gottes stellen“ (Fulbert Steffensky).
Ihr Hanspeter Aschmann, Pfarrer
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